Wird das Gehirn die neue Baustelle nach dem Rücken?

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Der Rücken gehört in die Zeit der 90-er. Wer sich noch daran erinnern kann, weiß, das war eine Riesenwelle. Die Rückenschulen und Wirbelsäulengymnastikkurse standen hoch im Kurs und waren stark frequentiert. Dieser Trend ist seit den 2000-ern aber eher rückläufig. Ich denke, dass diese Aufgabe der Rückengesundheit die Fitness- Yogastudios -und Wellnessoasen übernommen haben.

Auch als Thema in den Medien ist die Rückengesundheit zwar nicht ganz verschwunden, aber als Schlagzeile auf der Titelseite ist sie zumindest medial eher uninteressant. Seit Brain Fog mit Wortfindungsstörungen, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen rückt dagegen das Gehirn immer mehr in den medialen Vordergrund. Aber es sind nicht nur die neuronalen Krankheiten, die das Gehirn zum Diskussionsobjekt hervorhebt. Es ist vielmehr unser ganz normales Leben, das gehirntechnisch aus den Fugen gerät. Wieso? Na ganz einfach, weil wir das Gehirn so still und heimlich in den Ruhestand oder besser auf die Coach schicken. Und was passiert, wenn Menschen sich nicht mehr vom Sofa erheben wollen, kennen wir nur zu gut vom Rücken. Somit schließt sich der Kreis. Kaum hat man die eine Baustelle abgeschlossen, taucht die nächste an der Oberfläche auf! Wer rastet der rostet, diesen Ausspruch kennt mittlerweile jedes Kind. Und es stimmt auch im übertragenen Sinne. Aber das Gehirn rostet nicht ein, sondern es beginnt zu schrumpfen. Zu schrumpfen, wie der Muskel, der rastet, wenn er keine Bewegung bekommt.

Dann passt ja auch die Aussage, dass das Gehirn wie ein Muskel zu sehen ist, der trainiert werden muss. Parallelen gibt es auch, wenn man dem Problem auf den Grund geht. Die Ursache für die Rückenprobleme war das viele Sitzen. Der Tätigkeitsbereich hat sich ab den 90-ern durch die vermehrte Büroarbeit mit Computer vom stehenden zum sitzenden Arbeiten verschoben. Genauso kann man beim Gehirn von einer Verschiebung sprechen, vom Arbeiten am Computer mit Hirn, hin zur „Büro“-Fließbandarbeit ohne Hirn. Die Denkarbeit übernehmen dagegen die Softwareprogramme. Im Alltag passiert das Gleiche, wir bekommen mit unseren Daten passende Angebote auf unserem Handy präsentiert. Die Algorithmen treffen für uns die Vorauswahl. Sie kennen uns besser, als wir uns selbst. Und in der Freizeit machen die smarten Helferlein uns das Leben leichter. Ach wie schön ist es doch sich vom Navi leiten zu lassen. Alle diese Erleichterungen sind das pure Gift für unser Gehirn. Das klingt nicht gut. Müssen wir, um nicht zu verdummen wieder zur Landkarte und auf die Schreibmaschine zurückgreifen? Natürlich nicht.

Die Zukunft ist nicht aufzuhalten. Sich gegen die Digitalisierung zu stellen, und davor zu warnen ist völliger Unfug. Wie lächerlich erscheint einem die Warnung im 19. Jahrhundert vor dem Zugfahren mit über 30 km/h aus heutiger Sicht. „Diese hohe Geschwindigkeit sei gesundheitsschädigend!“ Damals war eben das Pferd das Maß der Dinge. Natürlich wird die Digitalisierung in Zukunft weiter fortschreiten und das in einem schwindelerregenden Tempo. Wichtig dabei ist nur, dass man bei diesem Sprint den Menschen nicht vergisst. Denn er ist derjenige, der diese Programme füttern wird. Wenigstens noch für eine gewisse Zeitspanne. Was danach kommt, wir werden sehen.

So wie vor 30 Jahren die Rückenschule und die Wirbelsäulengymnastik Meilensteine im Kampf gegen den Rückenschmerz waren, ist der Gehirnsportler das Trainingsprogramm für das digitale Gehirn von morgen. Er kann diese drohende Verdummung nicht nur aufhalten, sondern mit den Gehirnupdates daran mitarbeiten, dass Menschen das Potential, das in ihnen steckt weiterentwickelt.

Der Anfang ist geschafft!

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